Samstag, 1. Juli 2006

Brasil : France

1. Halbzeit 0 : 0
Die cartesianische Spielweise der Franzosen sollte bestraft werden. Aber die Brasilianer weigern sich, Fußball zu spielen. Gähn!
Ich weiß, ich könnte stattdessen ein Buch lesen. Geht aber nicht. Es herrschen 31°C.
Vor der Mondsichel kreisen Schwärme von Mauerseglern in großer Höhe.

56. Minute 0 : 1. Vielleicht gibt es doch noch ein Spiel. Jetzt müssen die Brasilianer. Jetzt sind sie gefordert. Ob sie aus dem Tiefschlaf erwachen?

Och, da fangen auf einmal die Franzosen an, Fußball zu spielen --- und gewinnen. Zinedine Zidane und Henry haben's gemacht.

A Dios Brasil.

Aus Mitgefühl mit England

Teddy

Mein Teddy, wie ich ihn mit 13 Jahren zeichnete.

Geier kreisen über Deutschland

Es wird berichtet, dass Scharen von Gänsegeiern in Deutschland eingeflogen sind. Verantwortlich dafür soll eine Bestimmung der EU sein, nämlich dass Tierkadaver zu entfernen sind. Jetzt, so meint man, treibe sie der Hunger hierher. Ausgerechnet Deutschland, wo eine Zigarettenkippe weg zu schnippen schon 10 Euro kostet und Kadaver einfach nicht vorkommen.

Zahara

Gäb’s Bruno noch, dann ergänzte sich das. Bruno war Feinschmecker und hat nur das für ihn Beste gefressen und viel für üppige Mahlzeiten von Aasfressern übrig gelassen. Und das brauchen solche Geier. Von Insolvenzen ernähren diese Geier sich nicht.

Doch so ganz ohne Grund und Aussicht auf Erfolg kommen die wilden Vögel nicht. Irgend etwas haben sie in der Nase und im Blick. Möglicherweise haben sie davon gehört, dass in der CDU/CSU angesichts der schlechten Umfrageergebnisse die Messer gewetzt werden. Oder aber, sie haben gehört, dass wilde, entartete Eindringlinge hier erschossen werden und ziehen es vor, solchermaßen eines schnellen Todes zu sterben, anstatt vor Hunger langsam dahin zu siechen. Das mit dem "entartet" bekommen sie schon hin. Ein paar Handtaschen klauen und schon hängt ihnen der Problemgeier an.

Restfleisch

Einig Gröhl- und Hupland

Die ganze Stadt, so musste ich annehmen, war gestern abend und dann die ganze Nacht Fahne schwenkend, Lieder gröhlend, den Arsch aus dem Fenster fahrender, hupender Autos hängend oder auf der Motorhaube residierend, Lieder gröhlend und Fahnen schwenkend unterwegs. Das währte bis nach 5 Uhr heute morgen, als eine Riege gut angetrunkener Witzbolde es sich einfallen ließ, durch die Straße zu wanken und laut, sehr laut "Aufstehen! Ihr Säcke, aufstehen! Die Sonne scheint ihr Morcheln. Aufstehen! Aufstehen!" zu brüllen.

Umso erstaunter reibe ich mir die Augen, wenn ich jetzt, also um halb neun am Morgen nahezu die gleiche Anzahl an Menschen und Autos sehe, die frisch gewaschen und sommerlich rausgeputzt entweder mit Pfandflaschen bewehrt zum Wochenendeinkauf eilen oder aber den Weg raus aus der Stadt ins Ausflüglerische suchen, während immer noch auffallend viele Kranken- Polizei- und Krankenwagen mit posaunendem Martinshorn durch die Straßen rasen. So eine Stadt scheint viele Menschen zu beherbergen und dann auch noch recht verschiedene und das, obwohl die Schulferien begonnen haben und die halbe Stadt, so sagt man, weit weg im Urlaub weilt.

Freitag, 30. Juni 2006

Na, wie hab' ich das gemacht?

Tauberich

Konzentration vor dem Antoss

Paligong

Ist es soweit?

Nach Bloggerlesungen, Bloggerstammtischen jetzt auch noch ein Bloggerverband? Oh, heilige Bloggeritis! Muschel-Kuschel-Kapsel!

Muschel

Frage an den Bloggerhäuptling:
"Darf man über dreibeinige Hunde abfällig berichten?"

via

Telekomauskunft wird wertvoller

Mich trifft es nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es jemanden trifft. Wer nutzt schon die Auskunft der Telekom? Täte man es, dann müsste man ab morgen 30 Cent mehr dafür bezahlen als noch heute, horrende 1,29 Euro je Minute.

Wie sagt der Jurist, wenn er feststellen muss, dass Forderungen seines Mandanten nicht eingetrieben werden können, weil der Schuldner keine Werte besitzt? Die Sache läuft ins Leere.

So gesehen ist diese Preiserhöhung ohne Effekt. Die Telekom könnte auch 100 Euro für so eine Auskunft verlangen. Die Meisten bemerkten es nicht mal.

Also unter "Kurioses" abhaken.

Fussball gefällig?

Drachenladen

Bitte. Wenn mich jemand fragt, sage ich: "Die deutsche Mannschaft muss schnell 2 Tore gegen die argentinische Mannschaft erzielen. Argentinier sind durch und durch sentimental und ergehen sich beim kleinsten Anlass in Seufzen und Klagen, geben auf, weil es ja doch keinen Sinn hat. Und Diego Maradona weint."

RFID

RFID wird von der Regierung massiv gefördert. 30Millionen und noch mal 40Millionen Euro sind im Gespräch. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze: "Wir wollen Weltmeister bei der RFID-Technik werden"

Unter Weltmeister machen wir es ja nicht mehr, egal welche Inhalte da auf dem Tisch liegen. Aber lesen Sie selbst.

Föderalismusreform

Süddeutsche

Ulrich, der Staat und das Brot

Menschengemeinschaften bauen sich gerne Helden auf. So einer ist bei uns Jan Ullrich. Sollte sich herausstellen, dass er gedopt hat, fällt in einer kritischen Zeit eine weitere Identifikationsfigur vom Sockel.

Und wenn das heute nachmittag schief geht, die Spiele nicht mehr unterhalten und deutlich wird, dass stattdessen kein Brot gereicht sondern dieses verknappt wird, dann ist das nicht mehr so lustig mit der Moderation durch Angela Merkel. Es könnte sein, dass tatsächlich Reformen gefordert werden. Das dann ganz anders als die Regierung es sich gedacht hat.

PS: "Die Bombe ist geplatzt" Jan Ullrich ist von der Tour suspendiert.

Porsche Carrera Targa

Porsche
gut gepflegt

Donnerstag, 29. Juni 2006

Siege hormongesteuert?

Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass Fußballer bei einem Heimspiel mehr Testosteron ausschütten als bei Auswärtsspielen. Im Tierreich bedeutet Testosteron Dominanz und Aggressivität. Bei einem Heimspiel werde das eigene Revier verteidigt. Das mache Kräfte frei.

Auch Schiedsrichter sollen nicht frei vom Erliegen gegenüber einer Gruppendynamik sein. Der Stimmungsmache des Publikums könnten viele Schiedsrichter nicht widerstehen und würden Fouls der Heimmannschaft weniger häufig pfeifen.

Trotz der hohen Hormonausschüttungen, die ja auch das Publikum erreichen, sollen von weit her angereiste Prostituierte das Land wieder verlassen haben. Keine Geschäfte zu machen. Das Testosteron scheint sich bei den Siegreichen schnell wieder abzubauen und einem Glückshormon zu weichen.

Einer scheint darüber zu stehen. Der Kaiser. Wie sonst ist zu verstehen, dass er mal eben zwischen zwei Hubschrauberflügen von Spiel zu Spiel heiratet. Spart er soviel Steuern mit dieser Heirat und hat sonst keine Zeit, die Prozedur hinter sich zu bringen? Man bedenke, es sind ja nicht nur Organisations- und Repräsentationsaufgaben, die der Kaiser zu erledigen hat, er muss auch permanent für Werbeaufnahmen zur Verfügung stehen. Schließlich muss man ein wenig Klimpergeld in der Tasche haben oder aber gewinnend in Kameras lächeln und so tun, als werde man vom Volk verehrt.

Das wahre Gesicht?

Schluss mit "Die Welt zu Gast bei Freunden"! Die Bundesrepublik verweigert den Straßenfußballmannschaften von Ghana und Nigeria die Einreise. Begründet wird dieser Affront damit, dass die Jungs nicht ausreichend verwurzelt in ihren Heimatländern seien und es drohe, dass einige von ihnen sich absetzen und in Deutschland bleiben könnten.

Ich finde das dermaßen daneben, dass mir nur Ungehöriges dazu einfällt und ich deshalb hier beredt schweige. Da sind wir schneller zurück in der Normalität, als das je anzunehmen war. Fahnen einrollen! Sch..... Regierung. Wer ist da stolz, ein Deutscher zu sein? Geht's noch?

Aufhören, Knurps! Schlucks runter!

Guantánamo - Tribunale sind illegal

Niederlage für Präsident Bush.

Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat die Militärtribunale für die Häftlinge des Gefangenenlagers Guantánamo als nicht rechtmässig bezeichnet.

Sonnenschirm

Sonnenschirm

Deutscher Spargelstechhund

Lana

Angeregt davon . Kommentar 10.)

Abfall - kategorisch

Abfall

Frühstück vorbei

Ich wünsche Allen, gut gefrühstückt zu haben. In den letzten Tagen Ankündigung von annähernd 20.000 Entlassungen – nicht von Sträflingen sondern von Arbeitnehmern. Wieviel davon machen sich selbstständig oder entdecken ihre künstlerische Ader?

Mehrwertsteuererhöhung. Alles wird mehr wert. Ja doch. Damit sollen dann die Haushaltslöcher gestopftKrankenkassenbeiträge gesenkt werden. Aber so richtig glaubt da keiner dran. Deshalb ist eine neue, noch nie dagewesene Steuer im Gespräch. Dabei sind es doch Steuern, die krank machen.

Die Mehrheit der Deutschen sind unzufrieden mit der Großen Koalitionsregierung.

Egal. Gutes Frühstück und in die Hände gespuckt.

Hauptsache wir werden Weltmeister. – Wehe, wenn nicht.

Mittwoch, 28. Juni 2006

Nationalpreis

Nationalpreis, so was gibt es doch gar nicht! Doch, es gibt ihn. Er ist mit 75.000,00 Euro auch hübsch ausgestattet. (zum Vergleich: Ingeborg Bachmannpreis 25.000,00 Euro)

Der Nationalpreis stammt nicht aus einer alten Mottenkiste. Er ist ganz jung (1997) und passt gut zur Leitkultur. Das verbindet ihn möglicherweise dann doch mit überwunden geglaubten Zeiten.

Jetzt ist er mal wieder verliehen worden. Glücklicher Preisträger ist eine Realschule im Wedding, die verordnet hat, dass an dieser Schule nur Deutsch gesprochen wird. Bei 80% Schülern aus den verschiedensten Ländern sicher eine kluge und verbindende Lösung - für diese Schule. Ich bin weit davon entfernt, das "Zwangsgermanisierung" zu nennen. Darum geht es nicht.

Initiator des "Nationalpreises" ist die Deutsche Nationalstiftung. Das ist keine von dem Nationalen nahestehenden CDU/CSU-Kreisen initiierte Kiste. Im hier verlinkten Pressetext heißt es: Gegründet wurde die Deutsche Nationalstiftung 1993 von einem Kreis hochrangiger Politiker, Künstler und Unternehmer um den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Ich wollte das dem aufgeschlossenen Leser des gnogongo nicht vorenthalten und nehme an, dass er angesichts der feinen Unterschiede, die wir aktuell zwischen Patriotismus und Nationalismus machen, ein wenig mokant sarkastisch lächelt.

Mehr zur Nation gibt es hier

Rasen

Rasen

Viele, viele millionen Gärten bestehen zu einem großen Teil aus einer Rasenfläche. Diese bedarf der permanenten Pflege. Hierzu werden Geräte und Maschinen hergestellt und gekauft. Denn so ein Rasen muss regelmäßig gestutzt werden, Alles, was nicht Gras und zwar gewolltes Gras ist, muss eliminiert werden. Moos darf schon gar nicht aufkommen. Der Rasen muss mindestens einmal im Jahr `gelüftet‘ werden. Anflüge von Moos und alte, absterbende Gräser müssen entfernt werden. Die hierzu notwendige Handlung erweitert unseren Wortschatz um den Ausdruck ‚vertikutieren‘ Na, das ist doch was. "Nein, heute nachmittag habe ich keine Zeit. Ich muss meinen Rasen noch vertikutieren"

Einer solchen Argumentation kann man kaum widersprechen, enthält dieser Satz doch eine Vokabel mit höherer Weihe. Frau Müller mit ihren zehn Quadratmetern Grün mit Gänseblümchen, Löwenzahn und Wegerich zwischen den unregelmäßig langen und sogar noch von Fremdgräsern, gar von Quecke durchsetzen Grün vor dem Küchenfenster kann so ein großartiges Wort erst gar nicht aussprechen. Frau Müller hat nicht mal eine Wiese. Dazu ist ihr Grünfleck einfach zu klein. Frau Müller hat gar nichts. Frau Müllers Grün gibt es nicht. Frau Müllers Grün gilt nicht. Frau Müller düngt nicht mal regelmäßig, pflegt ihr Grün nicht und lässt auch nicht jedes Wochenende ihren Rasenmäher über das wohlgeordnete Grün surren oder knattern. Wer weiß, wie deren Küche aussehen mag. Die hat bestimmt eine abgewetzte Plüschgarnitur im Wohnzimmer stehen.

Was hat das eigentlich auf sich mit dem Rasen? Wie kommt es dazu, dass der Rasen etwas so fast Unabdingbares in der Nähe des Hauses geworden ist?

Naturgegeben ist eine Grasfläche in unserer Vegetationszone nicht. Hier herrschte, überließe man das Land sich selbst, dichter Mischwald, vielleicht hie und da von einer kleinen, grasbewachsenen Lichtung unterbrochen, die im Dickicht des schier unendlichen Waldes auf geradezu wundersame Weise einen etwas weiteren Blick als den auf die vielen Baumstämme, das Unterholz, die Farne und hin und wieder aber selten auf eine Blume erlaubte.

Ursprüngliche, kleine, primitive menschliche Ansiedlungen in einem solchen Wald nutzen diese Freiflächen oder schaffen sich solche durch das Fällen von Bäumen. Auch hier entwickeln sich seitlich des fest getretenen Zentralplatzes und seitlich der Trampelpfade Grasflächen, Nahrung für Vieh, welches wiederum verhindert, dass dort wieder Bäume aufwachsen.

Um mehr Vieh halten zu können und um Ackerbau treiben zu können, wird noch mehr Wald gerodet. Auf den Äckern wachsen die Früchte und das Gras wird vom Vieh kurz und von dort unliebsamen anderen Pflanzen frei gehalten. Wo Letzteres nicht ausreicht, hilft der Mensch nach, indem er Disteln, Brennesseln, aufkeimende Brombeeren und andere Störenfriede entfernt. So ist eine Art Rasen entstanden. Und so werden immer noch viele Grasflächen sauber und kurz gehalten. Man denke an Deiche oder auch an die Rhein- und andere Flußwiesen.

Das funktioniert übrigens nicht überall. Nehmen wir z.B. die Lüneburger Heide, eine ausschließlich auf Grund von Tierfraß entstandene Landschaft. Hier wächst selten Gras. Hier wachsen Heidekräuter. Das hängt unter anderem mit der Bodenbeschaffenheit zusammen, die den meisten Gräsern keine Existenzgrundlage bieten. Die anspruchsloseren Heidekräuter hingegen finden hier eine Nische, in der sie existieren können, so lange höherer Gehölzbewuchs durch die Tiere verhindert wird.

Doch zurück zum Rasen. Savannen und Steppen, Landschaften die aus Gräserflächen bestehen, können wir außer Acht lassen, weil sie bei uns, außer vielleicht und ansatzweise im süddeutschen Rheingraben, der in der Tat zu versteppen droht, nicht vorkommen. Streuobstwiesen, Wiesen, die zur Maht angelegt wurden, um Winterfutter für das Vieh in Form von Heu oder Sillage zu erzeugen, können ebenfalls vernachlässigt werden. Wir haben es somit mehrheitlich mit bewusst oder unbewusst unter dem Einfluss des Menschen entstandenen Vegetationsformen zu tun.

Möglicherweise, aber das ist Spekulation, kann das grasige Grün, die Fläche mit dem etwas weiteren Blick als dem auf den nächsten Baumstamm und auch der Triumph, den Wald wenigstens ein Stück besiegt zu haben, sehr wohl eine Rolle beim Entstehen und der Wertschätzung unserer Rasenflächen spielen.

Machen wir noch einen spekulativen Versuch. Wo tauchen denn in unserer Vegetationszone Rasenflächen im Bereich der Mächtigen, des Adels, der Begüterten in historischen Zeiten auf? So unmittelbar am Haus, pardon, Schloss finden wir sie nicht. Dort herrschen streng formale Bosquetten, mit dem Lineal gezogene Auffahrten von prächtigen Bäumen flankiert und kiesgeschmückte Wege. Hier ist Gras eher der Feind der ‚höheren‘ Ordnung. So ein Primitivling muss dem Herrschaftswillen, der manche andere Pflanze ebenfalls in strenge, geometrische Formen gezwungen hat, des heraus gehobenen Menschen weichen.

Aber darüber hinaus, da wo strenger Formalismus ausfasern durfte, wo der wilde Wald zwar nicht einfach geduldet sondern in für den ‚Natur’beherrscher erträgliche Form gebracht wurde, Baum und Strauch nicht in ihrer Wildheit belassen sondern als Gestaltungselement erhöht wurde, wo der dichte, fast undruchdringliche Wald verdrängt und durch Partien mit Durchblicken und Weitblicken ersetzt wurde, da entstand zum ersten Mal etwas, was man Rasen nennen kann. Der Park, zuerst der herrschaftliche Park, der Lustpark, der später wie so Vieles ehemals dem Adel Vorbehaltene vom Volk übernommen wurde, war entstanden.

Da, so scheint mir, liegt der Hase im Pfeffer und der Rasenmäher im Gras. Nach den diversen blutigen und unblutigen Revolutionen wurde die Attitüde des Adels von den Bürgern übernommen. Villen mit parkähnlichen Gärten entstanden. Gärtner und Gartenarchitekten fanden Berufung, Beruf und Einkommen. Großbürger unterhielten auch richtig ausgedehnte Parks. Nehmen wir z.B. die Villa Hügel in Essen.

Da die Entwicklung nicht bei der bürgerlichen Gesellschaft und dem Großbürgertum Halt gemacht hat, entstanden mit dem Kleinbürger dann auch die kleineren Häuser mit den kleineren Parks, den Gärten. Aber eins hat sich gehalten, die gestutzte, dem menschlichen Willen ausgelieferte, ‚gepflegte‘ Grasfläche, der Rasen.

Und heute wird darum ein Kult getrieben, der ganze Industrien nährt, Produkte entstehen lässt, die sowas von lächerlich und überflüssig sind, dass die Geschichte sich kugelt vor Lachen. Hochschulinstitute beschäftigen sich mit ‚Rasenforschung‘. Die chemische Industrie entwickelt immer neue Präparate. Bis in die Medien wird diskutiert, ob der letzte Rasenschnitt vor dem Winter 4 oder nicht doch 4,2 oder sogar 4,5 cm Grashalmhöhe belassen sollte. Ja, das Leben wäre schon langweilig, wenn man nicht solche Probleme hätte. Und wohin mit dem ganzen Geld, wenn man nicht dieses Aushängeschild der Form, der Ordnung, des Herrschaftsanspruchs bepflegen müsste, was eben was kostet, was man sich leisten kann.

Nichts gegen Parks, (ich liebe Parks) nichts gegen Rasenflächen, nur wem das Stück Rasen um sein Haus zu viel Zeit und Geld kostet, dem sei gesagt, Rasen muss nicht sein. Es geht auch anders und das viel interessanter, pflegeleichter und letztendlich auch billiger, nebenbei auch ökologisch sinnvoller, aber vor allem weniger lächerlich.

Pressefreiheit?

Tor

In Stuttgart sumpft es.

Antidiskriminierungsgesetz

Ich weiß, die Regierung folgt mit dem Antidiskriminierungs- oder auch Gleichstellungsgesetz einer Vorgabe aus Brüssel. Der seltene Fall, dass der deutschen Regierung mal nicht selbst ein Thema zur Gesetzesflut und –wut eingefallen ist.

Aber versteht einer, was da geregelt wird? Ich war der Meinung, dass Gleichstellung schon im Grundgesetz geregelt ist. Somit könnte es sich nicht um ein Antidiskriminierungsgesetz handeln sondern um ein Antidiskriminierungsdurchführungsgesetz.

Die Papierflut ergießt sich weiter längs der Regierungsbänke und dann in alle Verästelungen des Regierungsdeltas, in dem wir unsere Pfahlbauten errichtet haben, um nicht von den Fluten mitgerissen zu werden. Schwimmt da nicht auch eine Portion Gesinnungsüberwachung in den trüben Fluten?

Ich bin dankbar für jeden Hinweis, der mir Sinn und Zweck dieses Antidiskriminierungs- bzw. Gleichstellungs- Kungelgesetzes erklärt.

Bitte keine große Oper

Joschka Fischer ist weg

Gestern hat sich Joschka Fischer von den Grünen und aus der Politik verabschiedet. Es heißt, er habe eine Gastprofessur an einer der besseren Unis in USA, Princeton, angenommen.

Damit tritt einer der Letzten aus der 68er Generation ab. Und sicher einer der Besseren. Mir hat er oft Spaß gemacht, was man wahrlich nicht von jedem Politiker sagen kann. Für mich war er Teil des Deckels, der sich über dem Muff der Adenauer- bis Kohlära schloss.

Jetzt ist er weg und der Deckel hat ein verdammt großes Loch bekommen.

Dienstag, 27. Juni 2006

Die Natur ist gnadenlos

Centaurea
foto ar/gee gleim

Fort Collins (USA) - In Europa ist die Flockenblume (Centaurea maculosa) ein harmloses Pflänzchen, ein Unkraut. In Nordamerika verdrängt und vernichtet sie erfolgreich einheimische Pflanzen. Ihre Waffe? Catechine, selbst hergestellte Pflanzenvernichtungsmittel. Kleine, fettlösliche, sekundäre Pflanzenstoffe, die ansonsten auch in Grünem Tee oder Schokolade vorkommen. Über die Wurzeln gelangen die Catechine in den Boden und zerstören schließlich das gesamte Wurzelwerk der Konkurrenten. Forscher aus den USA entschlüsselten den biochemischen Wirkungsmechanismus dieses natürlich produzierten Pflanzengiftes. Sie beschreiben ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Science".

"Centaurea-Arten sind von allen eingeschleppten Pflanzen die größten ökologischen Schädlinge in Nordamerika," berichten Jorge Vivanco von der Colorado University und Kollegen.

Catechine lösen bei den einheimischen Pflanzen eine Reihe von Reaktionen aus: In der für das Pflanzengift anfälligen Pflanze werden aggressive, sauerstoffaktive Substanzen freigesetzt, die zusammen mit einem Anstieg der Kalziumkonzentration zum massenhaften Zelltod führen. Das Zellsterben beginnt in der Wurzelspitze und breitet sich über die gesamte Wurzel aus - die Pflanze geht zugrunde.

Alle Pflanzen kommunizieren über chemische Botenstoffe miteinander. Jeder Gärtner weiß: Unter einem Walnussbaum wachsen kaum andere Pflanzen. Und wo einmal ein Apfelbaum stand, gedeiht kein anderer. Die Tamariske optimiert und verteidigt ihren Standort, indem sie über spezielle Salzdrüsen aktiv den Boden versalzt. Insofern ist die Flockenblume auch nicht aggressiver als andere Pflanzen. Vor knapp 100 Jahren wurde sie von Osteuropa nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie keine natürlichen Konkurrenten besitzt. In Europa konnten benachbarte Pflanzen in Jahrmillionen des gemeinsamen Zusammenlebens eine gewisse Resistenz gegenüber Catechinen entwickeln.
Quelle: Science

Handwerk

Handwerk

Das Wilde und die Bank

Oliver Kahn

Keine Idylle

Sammeloma

Das Wilde und der Tod

Bruno Nachlese

Das war's dann wohl von hier aus. Wie jetzt das Fell des Bären verteilt wird und ob und wie Schnappaufs & Co. Schnappunters gewürgt werden werden, welche Wimpel, T-Shirts, nachdem Alles gelaufen ist, das Licht der Welt erblicken, findet hier keinen Niederschlag. Der Bär ist tot.

Mediterranes

Mediterranes

Bärige Redensarten

Jemandem einen Bären aufbinden

Hier ist nicht unser Bär beteiligt. Ein altes Wort für "Last", "Abgabe", das selbe Wort wohl, welches in Bargeld vorkommt – Das Säckel konnte schon zur Last werden. Denken wir an die römischen Söldner, die ihr gesamtes Salär in Form von Münzen ständig mit sich herumtrugen – ist "bar". Oder denken wir an Bar, in denen früher, bevor Hektopascal zur Maßeinheit wurde, der Luftdruck angegeben wurde. - Barometer.

"Jemandem etwas aufbinden" ist eine Formulierung, die "Jemandem etwas vorlügen" bedeutet. Beides zusammengefasst ergibt formelhaft "Jemandem einen Bären aufbinden".

Einen Bärendienst erweisen

Der "Bärendienst" hat sehr wahrscheinlich die gleichen Wurzeln, wie oben beschrieben, ist also eine einst ironisch verwendete Redensart.

Dann gibt es da noch eine Fabel "Vom Einsiedler und dem gezähmten Bären". Darin wird beschrieben, wie der nette Bär eine Fliege auf dem Gesicht des Einsiedlers vertreiben will und dabei mit seiner Pranke gleich den Einsiedler mit erschlägt.

Montag, 26. Juni 2006

"Der Bär" in Düsseldorf

Im Theatermuseum, Jägerhofstraße 1, wird am 30. Juni, 1. und 2. Juli, jeweils um 19.30 Uhr "Der Bär" von Anton Pawlowitsch Tschechow gespielt. Eintrittskarten können für 13 Euro, ermäßigt 7,50 Euro unter der Telefonnummer 89-94660 reserviert werden. Karten gibt es auch an der Abendkasse.

Verzweiflung

Kommen wir zurück zum menschlichen Dasein - ich könnte auch auf Wollmäuse ausweichen - und den Folgen der Übervölkerung; d.h. zu etwas, was der Mensch in seiner begrenzten Weisheit nicht verhindert hat und oft nicht sehen will. Als die Gerichtsvollzieherin zur Wohnungsräumung schritt, sprang die Frau aus dem 8. Stock, zu dem die im Erdgeschoss wohnende Frau erst einmal hoch laufen musste, in den Tod. Ihr Kind wurde tot in der Wohnung gefunden.

So funktioniert Natur.

Dem könnte man mit der dem Menschen gegebenen Einsicht begegnen. Hin und wieder geschieht das. Hin und wieder aber eben nicht. Dann gilt das Alte Testament.

Bruno wird ausgestopft im Museum enden.

Jetzt wird "Bruno" genetisch untersucht, dann soll er präpariert und im Münchner Museum Mensch und Natur im Schloss Nymphenburg ausgestellt werden. Dort ist auch der bisher letzte vor rund 170 Jahren in Bayern erlegte Braunbär ausgestellt.

Wird da auch ein ausgestopfter Jäger mit Flinte im Anchlag gezeigt?
Schließlich heißt das Münchner Museum "Mensch und Natur"

Bruno R.I.P.

Bruno-rip
peng peng peng peng peng peng peng peng peng

Das war die einfache Methode, die Methode Ballermann

Andere Stimmen: Jens Scholz dpetereits blockhütte extremfarming

Stimmen gesammelt von der
Rhein-Zeitung


Netzeitung: Die Wetteinsätze werden zurückgezahlt

Morddrohungen gegen den Schützen - Kondolenzbuch im Internet - Abschuss, dümmste aller Lösungen

Zitatsammlung der dpa

Weide

Die Weide eins weiter unten am 14. März 2006

Weide

Das Büdchen

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