Freitag, 14. Juli 2006

Die grösste Kirmes am Rhein

Morgen um 13:00 Uhr ist es wieder so weit. Die größte Kirmes am Rhein startet. Dass da Alles toll, super, sensationell und das Größte ist, versteht sich von selbst.

Aber immerhin allein 4 Achterbahnen locken mit der Aussicht, mehrmals in ein paar Minuten bis kurz vor das Kotzen geschleudert zu werden. Drei dieser Achterbahnen gehören ein und demselben Veranstalter. Wenn man drei Fahrten gemacht hat und diese sich auf einem Kärtchen hat abstempeln lassen, bekommt man die vierte Fahrt gratis.

Toll soll auch die größte Wildwasserbahn sein. Die "Schiffe" sind rund und drehen sich bei der wilden, nassen und besonders bei diesem Wetter kühlenden Fahrt zusätzlich zu der rasenden Fahrt durch die wilden Wasser.

Überraschend bei der neuen und größten Geisterbahn des Universums ist, dass es dort wieder sehr humanoid zugeht und neben Hightech-Effekten reale Personen für Aufregung und Schrecken sorgen. In den Kulissen verborgen sorgen 8 Mann dafür, dass das Schreckliche wirklich zum individuellen Schrecken wird.

Ich mag Kirmes. Einmal eintauchen in die verzückten, von "Sensation" zu "Sensation" schlendernden Scharen aber dann am nächsten Morgen, wenn gerade die Sonne aufgeht über die leere, stille Kirmes schlendern, das ist ein Erlebnis für sich. Sehr irreal recken sich da, wo sonst alles in Bewegung ist, die Geschäfte statisch gen Himmel, die bunten Fassaden, Plastiken und Bilder sind eingefroren. Einige wirken lächerlich, andere zeigen Qualität und wirken noch eindringlicher als im Rummel der Düfte, Töne und Bewegungen. Der absolute Stillstand. Selbst die Jugendstilhäuser an der Oberkasseler Rheinpromenade sind stumme Kulisse.

Dort schläft jemand in einem Auto-Scooter, ein Anderer liegt halb verborgen zwischen zwei Geschäften. Ein Hund kommt näher, schnüffelt ein wenig an dem Schlafenden und wendet sich wieder gelangweilt ab, Spatzen machen sich über die Reste von Mandeln, Gebäck und sonstigem Krümeligen her und Elstern und Rabenkrähen reinigen den Kirmesgrund von Brathering, Räuchermakrele und Currywurst. Auf der Rheinbrücke fährt die erste, gähnend leere Straßenbahn. Ein Lieferwagen hält vor einem Büdchen und deponiert dort Stapel neuer Zeitungen. Der Rhein fließt majestätisch wie immer. Das Ufer zeigt im schrägen Morgenlicht ein feines Muster aus Schatten der Kielsteine. Es gibt zu dieser Zeit keinen anderen Ort in der Stadt, wo man derart angeregt die Seele baumeln lassen kann. Du setzt Dich ans Ufer oder mitten in die stille, bewegungslose Kulisse und staunst über Dich, über die Welt über jeden Kieselstein und findest, dass tote Muscheln einfach großartig sind.

Bismarckheringe und eine Wildsau am Spieß

Ich war nicht dabei. Dafür gab es gestern abend vor den Nachrichten einen halbstündigen Bericht im 1sten und wer den gesehen hat, wird sich ob der Realsatire köstlich amüsiert haben. Eine Sternstunde des Fernsehens. Harald Schmidt hätte es nicht besser machen können.
Die Wildsaustückchen dürften dem Präsidenten angesichts der Entwicklung im Nahen Osten, an der er nicht unschuldig ist, im Halse stecken geblieben sein. Das aber wurde uns leider nicht gezeigt. Was Bush an diesem Abend dazu sagte, war eine derart tendenziöse Simplifizierung, dass man nur staunen konnte. Merkel schloss sich der Meinung Bushs an und entlarvte und blamierte sich dabei bis auf die Knochen.

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